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Traditionen in Teltow

Wer Teltow besucht, der kommt nicht an ihnen vorbei. Sie sind in aller Munde, dabei klein, beige und haarig. Die so genannten „Teltower Rübchen“. Und weil Reporter neugierig sind, habe ich keine Mühen gescheut, um dem Geheimnis des legendären Rübchens auf die Spur zu kommen.

Eigentlich sehen die aus wie andere Rüben auch. Beim Anblick der frisch geernteten Feldfrucht kann nur einem Kenner das Wasser im Munde zusammen laufen. Mir sind die Dinger noch zu haarig, um sie mir auf meinem Teller vorzustellen. Darin unterscheiden sie sich nach meinem Gusto nicht von andern Speiserüben. Also befragen wir die Geschichte, warum das Rübchen Teltower Rübchen genannt wird.

„Wann und wo die ersten kleinen Speiserüben von diesem Boden gezogen wurden und ob sie eine Züchtung der Zisterzienser sind, weiß man nicht genau“, erklärt Jörg Wels vom Förderverein für das Teltower Rübchen. Pech gehabt, also mache ich einen zweiten Versuch und frage den Historiker. „Woher der Name kommt kann ich Ihnen nicht sagen.

Ich denke es hat nichts mit der Stadt zu tun, sondern eher mit der Landschaft Teltow. Ich kann es nicht beweisen und behaupte es auch nicht. Aber es liegt sehr nahe,“ versucht Silvio Fischer, Leiter des Museums des Teltow, meine Wissenslücken zu schließen. „Ob die Stadt oder der Kreis früher da war, möchte ich selbst gerne wissen. „Das ist wie mit dem Huhn und dem Ei. Zum Teltow gehörte früher sogar ein Großteil von Berlin wie Spandau und Charlottenburg“. Vielleicht könnte der Name von der Zubereitung kommen, wie bei der Thüringer Bratwurst, vermutet er. Tja, dann könnte das Rübchen auch Berliner Rübchen heißen.

Eines besseren belehrt mich Jörg Wels, seines Zeichens der neue Rübchenkönig von Teltow. „Auf dem Namen Teltower Rübchen liegt ein Copyright. Nur die Rübchen, die aus unserer Region kommen, dürfen sich auch so nennen. Wenn zum Beispiel die Rübchen in Bayern produziert werden, dürfen sie den Namen nicht tragen.“

Die Rübchen gehören nicht zur bedrohten Art, aber sie werden streng geschützt. Und das muß so sein, geht mir ein Licht auf, denn die Teltower Rübchen sollen zum Aushängeschild der Stadt avancieren.

Die Auferstehung des Teltower Rübchens wird von kundiger Hand publikumswirksam in die Küche gebracht. Es ist eine gute Idee des Fremdenverkehrsvereins und des Rübchenproduzenten Axel Szilleweit.

Jährlich wird ein Rübchenfest mit Rübchenanstich und ein mit dem Altstadtfest einher gehender Rübchentag veranstaltet. Und ein Rübchenkönig verbreitet den Ruf der Ackerfrucht über die Grenzen der Region hinaus.

Zum Schluß bin ich doch noch hinter das „Geheimnis“ des Namens gekommen. Marion Korn vom Förderverein hat die Indiskretion begangen. „Nur das Teltower Rübchen hat den für die Teltower Rübchen typischen Geschmack“, versichert sie. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können!

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