Kalender für den Biergarten 2002

Teltower Rübchen

Kennen Sie Teltow? Eine kleine Stadt, südlich von Berlin, wo auf sandigen Böden eine regionale Spezialität wächst: Teltower Rübchen (Brassica rapa). Was jedoch nicht heißt, dass sich die Rübe in anderen Ländern oder Regionen nicht anbauen ließe.

Es ist das erste Gemüse im Mai, das besonders auf warmen Sandböden noch etwas schneller heranreift. Die erste Ernte ist ein richtiges kleines Ereignis, das selbst Johann Wolfgang von Goethe nicht missen wollte, der sich die Rübchen nach Weimar schicken ließ.

Wie sehen diese Rübchen aus? Sie sind plattrund, etwas bauchig, im Durchmesser 5 cm dick und haben festes weißes oder gelbes Fleisch. Verwandt sind sie mit den Mairüben, den Herbstrüben und dem Stielmus, ebenfalls sehr interessante Varianten der Rübe.

Eine verwandte landwirtschaftliche Nutzpflanze ist die Stoppelrübe, die wir als Kinder gerne gegessen haben und die genauso zum Herbst gehört wie das Kartoffelfeuer. Unter allen diesen Verwandten erreichen aber nur die Teltower einen Spitzengeschmack. Ursprünglich kommt diese Familie aus südlichen Gefilden, wahrscheinlich aus Nordafrika.

Aber kehren wir zurück nach Teltow.

Im zeitigen Frühjahr gehören sie zu den ersten Aussaaten; je nach Standort und Boden ist dies Ende März / Anfang April. In den Reihen wird später auf 8 cm verzogen. Nach 40 Tagen sind die Rüben fertig. Da sie nicht frosthart sind, müssen sie bei starken Frösten mit einem Vlies oder einer alten Gardine abgedeckt werden. Eine zweite Aussaat ist noch im Juli / August möglich, die Ernte erfolgt dann vor dem Frost. Im Hochsommer schießen die Pflanzen, ohne große Rüben zu bilden.

Die Rübchen gedeihen vorzüglich auf Sandboden. Auf schweren Böden erreichen sie dagegen nicht die geschmackliche Vollkommenheit.

Quelle: Kalender für den Biogarten 2002

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